Goa – Drogen, Strand, Beatles und ein bisschen Indien

Hallo zusammen,

mittlerweile bin ich wieder gut (näheres zum spannenden Rückflug in einem der nächsten Beiträge) in Deutschland angekommen. Wie ihr vermutlich bemerkt habt, habe ich nach dem Aufenthalt in Mangalore keinen Artikel mehr verfasst. Dies lag aber nicht daran, dass ich nichts mehr erlebt hätte, das Internet nicht mehr ging oder aber auch, dass mir etwas passiert wäre, sondern primär daran, dass der Aufenthalt in Goa nicht wirklich in meine bisherige Reise einzuordnen war. Danach habe ich es aber, um ehrlich zu sein, leider einfach vergessen weitere Artikel zu schreiben. Dies möchte ich jetzt aber nachholen, und zu verschiedenen Episoden meiner Reise, ebenso wie zu verschiedenen Themen kleinere Artikel verfassen. Ich hoffe dass ich mich dadurch nochmal zurück versetzen kann in meinen Aufenthalt in Indien, und nebenbei auch nichts vergesse und alles für die Nachwelt konservieren kann 🙂

Nun aber zu Goa: Nachdem wir Mangalore eher etwas fluchtartig verlassen haben, da die dortigen Einwohner Touristen nicht sonderlich freundlich zugewandt waren, sind wir mit dem Zug von Mangalore nach Canacona gefahren.

Als alte Zugfahrhasen wussten wir ja schon, was uns in der Holzklasse erwartet. Ich habe auch während der Fahrt das erste Mal Streetfood (bzw. Windowfood, da es durch das Zugfenster gereicht wurde) probiert und mehrere Chais getrunken. Während der Fahrt konnte man neben dem Essen auch handbetriebene Nähmaschinen, Bücher, Kindermalbücher und ähnliches kaufen und sich mit den sehr gesprächigen InderInnen unterhalten.

Endlich in Canacona angekommen, war es dann zunächst etwas schwierig ein Taxi zu finden. Das freundlich gemeinte Angebot einer Norwegerin sich doch zu dritt, inklusive komplettem Gepäck, ein TucTuc zu teilen, haben wir dankend abgelehnt und sind dann zu zweit zu unserem Ziel, Patnem Beach, gefahren. Am Nachbarstrand (Palolem BEach) wurde übrigens ein Teil der Bourne Verschwörung gedreht.

Unsere Unterkunft namens Casa Fiesta hatte meherer Hütten, die auf stelzen dastanden und mit einer schönen Terrasse mit Schaukelstühlen (!!!!) ergänzt wurden. Das Bad war ein kleiner Anbau, mit gewollter (oder vlt. auch ungewollter) Schräge, was aber das Duschwasser wunderbar ablaufen lies. Da auch die Wände nicht passgenau mit dem Boden und der Decke abschlossen, hatte man konstant eine Belüftung und gelegentlich sogar ungewollten Besuch ;).
Der Besitzer namens Hashish hatte direkt am Eingang seine eigene kleine Hütte und war sehr freundlich, konnte gutes und verständliches Englisch (Viele Inder meinen leider sie könnten Englisch, sprechen dann aber eine unverständliche Mischung aus mehreren Sprachen die teilweise Englische Brocken enthält). Leider kamen wir genau zur Paarungszeit der wilden Katzen, was die nächtliche Ruhe etwas störte, aber zum Glück hat man in Indien immer einen konstanten Geräuschpegel, wodurch die Balzrufe etwas untergingen. An meinem ersten Tag habe ich länger gebraucht die Geräusche zuzuordnen, da ich erst dachte es wird ein kleines Kind furchtbar gequält. Wer noch nie rollige Katzen gehört hat, dem sei folgendes Video empfohlen:

https://www.youtube.com/watch?v=a3gOwc3_pbE

Und ja, es klang wirklich so 🙂

Neben Katzen hatten wir aber noch andere ‚Mitbewohner‘. Es gab sehr viele freilaufende Hunde, Kühe, Rinder, Eichhörnchen, Weißkopfseeadler, Ratten, Mäuse, Käfer und Vögel. Insbesondere die Kühe und Hunde haben mich nachhaltig beeindruckt….an meinem ersten Tag wollte ich frühmorgens als es noch dunkel war unsere Anlage verlassen und einen Strandspaziergang machen. Vor dem Tor der Anlage waren aber drei hundeartige Boliden, die auch in einem Film mit dem Titel ‚Der Doginator‘ hätten mitspielen können. Diese haben mich als ich mich dem Tor genähert habe gleich böse angeknurrt und ich habe mich dann entschieden mir doch nochmal die Terrasse unserer Hütte näher anzusehen….
Ein anderes Mal war ich in einer Seitenstraße unterwegs (gefühlte breite 1, 50 m, länge ca. 15 Meter) und vor mir war eine noch etwas kleiner Gasse, wo ich durch musste. Auf einmal kam von vorne eine Horde wildgewordener Kühe angelaufen (ich bin mir im Nachhinein nicht mehr sicher, aber ich glaube sie hatten rotleuchtende Augen), und lief direkt auf mich zu. Ich habe mich dann hinter einen Pfosten gestellt (es war auch eher ein Springen), aber zum Glück sind sie vor mir links abgebogen….Heilig oder nicht, ich glaube das war mit ein Grund warum ich als Vegetarier an Weihnachten das erste Mal seit über einem Jahr mal wieder Fleisch in Form von Lammspiessen gegessen habe….

Neben der bunten und vielfältigen Tierwelt war aber auch die menschliche Fauna in vielerlei Erscheinungen vertreten. Es gab viele ‚Yogamäuse‘, die meistens gegen 07:30 morgens begannen am Strand gemeinsam zu trainieren (Der Sonnenaufgang war meistens gegen 06:00, ich vermute aber das wäre ihnen zu früh gewesen, da abends meistens doch später wurde….). MIndestens jede zweite Unterkunft war eine Yoga-Schule, bzw. hatte zumindest Yoga mit im Angebot. Der BEsitzer unserer Unterkunft (welche keinerlei Yoga im Angebot hatte) meinte zu mir auf die Frage wo ich am besten Yoga ausprobieren könnte, ich solle mir bestensfalls ein INternetvideo ansehen und es einfach nach belieben ausprobieren. Keiner der Inder würde zu diesen Preisen, und in dieser Atmosphäre, Yoga betreiben. Er meinte ferner, dass er es komisch fände, dass viele Leute hier inenrhalb von einem MOnat eine Yoga-Lizenz erwerben würden, und dann zu Hause laut eigenen Erzählungen innerhalb weniger MOnate wieder das Geld für Flug und Zertifikat eingespielt hätten. Ich habe es dann mit dem Yoga sein lassen, bin meistens gegen halb 6 an den Strand gegangen, habe mich auf einen Felsen gehockt und gelesen und das erwachen der Menschen beobachtet. Besonders interessant fand ich es dabei auch, die Inder zu beobachten die in den Restaurants am Strand arbeiten. Diese schlafen alle auf der Arbeit (z.B. auf den Strandliegen), stehen dann auf, putzen ihre Zähne beim Strandspaziergang, gehen eventuell noch mit einem Stock gegen die Hunde bewaffnet eine größere Runde am Strand, und fangen dann an das Frühstück vorzubereiten. Und natürlich sind auch irgendwann die Yogamäuse erwacht… 😉

Soviel Zum Yoga, und gleichzeitig eine gute Überleitung zum Titel dieses Beitrages. Goa gilt gemeinhin als Drogenparadies Indiens und wird vielfach mit Hippiekultur in Verbindung gebracht. Dies liegt unter anderem daran, dass vor vielen Jahren (ab den 60ern) viele Europäer, unter anderem auch die Beatles, ihre Liebe zu Indien entdeckten und sich massenhaft dorthin bewegten. Manche von Ihnen sind geblieben, und viele auch in Goa. Dies mag auch daran liegen, dass Goa eine sehr liberale Gesetzgebung hat und die geringste Alkoholsteuer ganz Indiens. Viele Inder verbringen auch in Goa ihre Flitterwochen oder ihre Junggesellenabschiede (Auch die Protagonisten meines indischen Bestsellerbuches, welches ich mir vor Ort gekauft habe namens One Indian Girl. Von dem ursprünglichen alternativen Flair habe ich nur wenig mitbekommen. Vielmehr ist Goa mittlerweile ein Urlaubsparadies für Europäer und Russen, was sich auch in den Preisen niedergeschlagen hat, die oftmals das dreifache durchschnittlicher Indischer Preise betrugen. Zwar lag des öfteren ein süßlicher Geruch in der Luft, es gab viel entsprechendes Euqippment in den Geschäfften zu kaufen, aber verglichen mit Amsterdam war es doch sehr harmlos. Auch wurden mir kein einziges Mal Drogen angeboten. Die ursprünglichen Hippies, wie mir ein französischer Geschäftsbesitzer erklärte, sind mittlerweile alle etabliert und versuchen, unter anderem auf dem wöchentlich stattfindenden Markt, ihre selbstgemachten Produkte oder Lebensmittel möglichst gewinnbringend zu verkaufen.

Unser täglicher Weg zum Strand (ca. 2 Minuten) ging an verschiedenen Geschäften vorbei. An 2 Supermärkten, 2 Friseuren (Einer für Männlein, einer für Weiblein) verschiedenen Bekleidungsgeschäften, mehreren Souvenirgeschäften, einer Näherei, mehreren Wäschereien und einem Reisebüro mit integriertem Internetcaffee. Am Strand sind wir dann auch meistens, direkt nach dem Frühstück an selbigem, den ganzen Tag über geblieben und sind dann abends wieder an selbigen zurück um dort abends zu essen. Das Essen war morgens sehr europäisch (Eggs, Fish and Chips, Tuna Sandwich, …) und abends dann indisch mit sehr vielen Merrestieren. Dort habe ich auch meine große Liebe zu Manchurian entdeckt. Manchurian ist: Grundsubstanz (Hühnchen, Brokkoli, Paprika, etc.) + Teigmantel + Soja-Sauce und schmeckt einfach köstlich. Leider braucht man dazu eine Fritöse, sonst hätte ich es schon längst nachgekocht…. Was mir auch noch echt gut gefallen hat war die dortige Tageszeitung: Die Indian Times. Diese hatte echt gut geschrieben, sehr kritische Artikel und eine Sonderbeilage für Goa mit ultimativ guten Flachwitzen (z.B.: How do you call it when worms take over the world? Global Worming…). Habe mir fast jeden morgen eine von einem Zeitungsjungen gekauft 🙂

Sodele..ich glaube das wichtigste über meinen Goatrip habe ich euch erzählt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass Goa zwar sehr schön ist, aber eben nur halb indisch. Vielleicht auch nur 1/4 indisch….. Wer einen ersten Einblick in Indien bekommen will, dem würde ich es empfehlen. Ansonsten sehe ich eigentlich keinen Grund, der die hohen Preise rechtfertigt.

 

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Indien – Fort Cochin, Mangalore – Eine Woche Farben, Gerüche und Menschen


Namaskaaram! (=Hallo auf Malyalam)

meine erste Woche in Indien war zunächst gezeichnet durch ein Totalversagen der von mir mitgebrachten Technik. Daher bin ich leider auch erst jetzt dazu gekommen, einen Artikel zu verfassen. Bei meinem Netbook konnte ich die Tastatur nicht mehr benutzen und es war mir auch nicht möglich die Bilder meiner Kamera zu übertragen. Im Land der Informatiker (achtung KLISCHEE) konnte mir aber schnell geholfen werden, und jetzt funktioniert wieder alles mehr oder weniger.

Zunächst haben wir ein paar Tage in Fort Cochi vebracht. Die Stadt ist gezeichnet vom Fischfang und den Hinterlassenschaften der Kolonialherren. Zu nennen ist hier das portugiesische Erbe (Vasco da Gama, der Entdecker Indiens, liegt hier begraben) und das niederländische (The Flying Dutchben freut sich…) Insbesondere die Niederländer sieht man oft:

Das zweite große Thema, neben den Kolonialhinterlassenschaften, ist der Fischfang. Der Fischfang ist ganz dreist von den Chinesen kopiert und superspannend. Es wird ein an großen langen Stangen befestigtes Netz über ein ausgetüfteltes Hebelsystem ins Wasser gelassen und dann über ebendieses Hebelsystem wieder nach oben geholt. Echte Man/Women-Power! Die so gefangenen Fische (viele sind es meistens nicht) werden dann an die 10 Meter entfernte Straße getragen und direkt verkauft. Ich würde aber um ehrlich zu sein dort keinen Fisch essen/kaufen, da direkt neben den Netzen der Industriehafen ist und große Containerschiffe fortwährend einlaufen und oft eine schwarze stinkende Brühe ablassen die  nicht sonderlich wohlschmeckend aussieht.

Fisch, bzw. der Geruch danach, ist auch eine gute Überleitung zum Thema Gerüche. In Fort Cochi, und ich wage mittlerweile zu behaupten in ganz Indien, riecht es sehr intensiv und sehr unterschiedlich. Mal riecht es nach indischen Gewürzen (Curry, Curcuma, Cardamon,Zimt, Pfeffer), nach Räucherstäbchen oder aber auch nach den Hinterlassenschafften der aktuellen Bewohner. Da noch nicht alle Haushalte über ein funktionierendes Abwassersystem verfügen, verrichten viele Inder ihre Notdurft im Straßengraben. Diese Gegebenheit schlägt sich auch olfaktorisch  nieder. Ebenso gewöhnungsbedürftig ist, dass der Müll, sei es Verpackung oder Plastikflaschen, einfach dort entsorgt wird, wo man sich gerade befindet. Hin und wieder, wenn die Müllberge zu groß werden, zünden die Inder dann die Müllhaufen an und verwenden die Asche zum Anbau von Pflanzen. Insofern riecht es auch oft nach vebranntem Müll. Die Indern selber jedoch, trotz der doch recht hohen Temerpaturen, müffeln wenig bis gar nicht.

Was wir uns dann auch angesehen haben sind die sogenannten Backwaters. Das ist so eine Art Dschungel mit viel Wasser. Also eine Sumpflandschaft, die von Kanälen durchzogen ist. Dort haben wir eine Bootstour gemacht. Zunächst mit zwei kleineren Booten durch enge Kanäle mit vielen Zwischenhalten bei den ansäßigen Bauern (Kokosnussverabeitung in verschiedensten Ausprägungen), an der ein oder anderen Wasserschlange vorbei (laut Tourguide nicht giftig), und dann nach dem Mittagessen mit einem größeren Boot wieder zum Ausgangspunkt zurück. Besonders cool war das Mittagessen, da wir hier unser Essen auf Palmenblättern bekommen haben 🙂 .

Dann haben wir uns noch Fort Cochi ein bisschen angesehen, sind einmal nach Ernakulam mit der Fähre übergesetzt um dort im Shopping Mall eine indische Pizza zu essen und haben ein nettes Pärchen (Eine Inderin und ein Engländer) kennen gelernt, die gemeinsam ein Caffe betreiben, was am morgen Yoga-Stunden anbietet. Aus Bequemlichkeit haben wir öfters auch TukTuks genommen (indische Taxis = 3 rädrige Piaggio-Roller mit Dach), die je nach Fahrer designt waren. Manche TukTuks hatten einen kleinen Ganesha über dem Fahrer in einem ausgesparten Bereich des Daches, andere eine Mutter-Theresa. Auch von hinten waren sie sehr unterschiedlich,manche hatten amüsante Spruche (Todays NOT No-Horn-Day), andere die Allmachtsfantasien des kleinen (indischen) Mannes in Form von Logos berühmter Automarken (Ferrari, Masserati, …). Letzteres ist besonders cool, da TukTuks überwiegend mit Gas betrieben werden und maximal 50 km/h fahren. Über die Fahrten kann man egentlich nur sagen, dass sie Ausdruck der überwiegend hinduistischen Bevölkerung sind: Wenn ich im Verkehr sterbe werde ich wiedergeboren und habe eventuell die Möglichkeit, in einem Leben als Ferrarifahrer weiterzuleben….nachdem man sich aber damit arrangiert hat, dass der Fahrer schon wissen wird was er tut, lebt es sich ganz gut und man bekommt ein Gefühl für den Verkehrsflow.

Dann haben wir Fort Cochi verlassen und sind mit dem Zug nach Mangalore gefahren. Die Zugfahrt war ein echtes Abenteuer! Nicht nur dass der Zug im Schneckentempo gefahren ist und wir für ca 400 km über 9 Stunden gebraucht haben, an allen Haltestellen sind Verkäufer zugestiegen, die die unterschiedlichsten Dinge verkauft haben. Von Curries, bis Zeitschriften für Kinder war alles dabei was man sich so vorstellen kann. Die Zugtüren waren während der gesamten Fahrt offen ebenso wie die Fenster. Wenn man durch schwarze Rauchwolken gefahren ist (Müllverbrennung….) haben die INder routiniert ihre Schals übers Gesicht gezogen bis der Rauc wieder aus den Waggons verschwunden ist

Unser Hotel in Mangalore ist in direkter Nähe zum Bahnhof. Wenn man mal davon absieht, dass hin und wieder der Strom ausfällt und das INternet an die guten alten 56k-Zeiten erinnert, ist es sehr schön eingerichtet die Leute sind freundlich und zuvorkommend. Das Essen kann bislang leider nicht mit KErala (Bundesstatt von Cochi) mithalten, aber Kerala ist auch berühmt für sein Essen. Mal sehen was noch kommt.

Heute haben wir einen Ausflug zum Fischmarkt gemacht. Auch hier würde ich danch keinen Fisch mehr essen wollen, da der Fisch direkt von der Straße weg verarbeitet wird und meine Vorstellungen von Hygiene nicht ansatzweise erfüllt werden. Aber hey, die Inder haben mit die ältesten Menschen der Welt. Vielleicht hilft eine gewisse Desensibilisierung 😉

Ja….soviel erstmal zu meiner ersten Woche in Indien! Morgen geht die Reise dann weiter nach Goa. Ich bin schon gespannt wieviele Auswanderer ich sehen werde 🙂

 

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Welcome to India

Guten Morgen (Die Indern sind 5Stunden und 30 Minuten unserer Zeit voraus),

für diejenigen die sich wundern, warum ‚The Flying Dutchben‘ nun auf einmal in Indien ist, hier eine kleine Erklärung: Ich wollte schon lange wieder einmal blogge, habe sber keinen wirklich guten Anlass gefunden. Da mein Bruder gerade ein Praktikum in Indien macht hat meine Familie beschlossen dort Weihnachten zu verbringen. Ja…und jetzt bin ich in Indien, genauer gesagt in Fort Cochi und blogge wieder. Einerseits um für mich ein Tagebuch zu führen und andererseits natürlich auch, um euch an meiner Reise teilhaben zu lassen.

Die Reise ging zunächst von München nach Muskat. Dort wäre die Reise ach beinahe schon zu Ende gewesen, da der Gepäckröntgenapparat meinen Ausweis + Flugticket nach Cochin eingezogen hatte. Zum Glück konnte mir das Personal dort unkompliziert helfen und hat dann in den Tiefen des Geräts auch meinen Ausweis wiedergefunden.  Das Essen war auf beiden Flügen gigantisch und das Unterhaltungsprogramm wow! ICh bin glaube ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr Langstrecke geflogen, aber mich haben die FLatscrrens in den Frontsitzen und das frei wählbäre Kinoprogramm ( Alle X-Man-Teile z.B.) sehr beeindruckt.

Nach einer Taxifahrt von Flughafen Cochi zu unserer Bleibe (Hostel Tag und Nacht) , die nicht annähernd so schlimm war wie erwartet, sind wir dann noch kurz in die PrincessRoad um dort zu essen. Dort waren viele Niederländern unterwegs (evtl. hat das geschichtliche Gründe….) und haben es durch Vehemenz geschafft, einen 2000 Rupien-Schein zu wechseln. Bargeld ist aktuell ’so eine Sache‘ da die ind. Regierung der Meinung war, die gängigsten Scheine könne man einfach mal über Nacht aus dem Verkehr ziehen um Korruption zu bekämpfen. Wenn man aber zusätzlich noch die tägl. Abhebemenge reduziert ist Chaos nahezu vorporgrammiert….Denke es liegt am entspannten Wesen der Südinder, dass hier alles noch ohne größere Vorkommnisse vor sich geht.

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Habe mir dann noch Lays-Chips mit Harissa Geschmack gekauft und bin (nach indischer Zeit) um 20:00 ins Bett gegangen und direkt eingeschlafen. War ein anstrengender aber sehr schöner erster Tag und ich freue mich sehr darauf, was noch alles schönes geschehen wird. Ich halte euch hier auf dem laufenden 🙂

 

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Auf zur Venus

So wie sich meine fleischfressende Pflanze die letzten Wochen gestreckt hat, könnte man fast meinen, der Name „Venus-Fliegen-Falle“ käme von dem Bemühen, sich dem Planeten Venus möglichst nahe an zu nähern!

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Meine Versuche die Blüte zu fotografieren waren leider nicht von übermäßigem Erfolg gekrönt. Trotzdem hier mal das Bild:

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Beste Grüße aus dem kalten Bamberg, wo sich die Temepratur gerade den -10 annähert,

Ben

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Erasmus-Zusammenfassung

Hallo ihr Lieben,

ich wollte schon lange eine Art Erasmus-Zusammenfassung schreiben. Viele von euch werden das vermutlich kennen: Man nimmt sich etwas vor,
sammelt Ideen, verwirft Ideen, und am Ende ist dann schon einiges an Zeit vergangen, bevor man mit der eigentlichen Arbeit beginnt.

Manchmal, und ich finde besonders in diesem Fall, ist es aber auch gut zunächst etwas Abstand zu gewinnen, bevor man sich einer Sache annimmt.
Hätte ich meine Zusammenfassung direkt nach meinem Erasmus-Aufenthalte geschrieben, dann wäre sie bestimmt anders ausgefallen, vermutlich in erster Linie weniger differenziert als mir das jetzt hoffentlich gelingt.

Ich habe zunächst überlegt, ob ich noch einmal die schönsten Augenblicke aufarbeiten soll. Dies wäre aber sehr schwierig geworden, da es sehr viele
schöne Augenblicke gab, und ich mich nicht entscheiden könnte, welche ich davon aufnehmen möchte. Negative Erlebnisse gab es genauso, und diese zu verschweigen, würde ein falsches Bild zeichnen.

Ich habe mich aber dazu entschieden, 3 gängige Klischees eines Erasmus-Aufenthaltes, die ich von Erzählungen kenne, zu nehmen, und mit meiner Situation
zu vergleichen. Anhand dieser Klischees denke ich wird es mir möglich sein ein differenziertes Bild zu zeichnen.

Das erste Klischee: Erasmus ist eine einzige Partie.

Dieses Klischee stimmt zumindest so weit, als dass man sich während seines Erasmuslebens sehr stark ausleben kann. Wenn einem nicht das nötige Kleingeld fehlt, wäre es vermutlich jeden Tag möglich zu feiern. Bei mir was es im Nachhinein so, dass ich mein erstes halbe Jahr sehr oft weg war, und auch nahezu jede offizielle Erasmus-Partie mitgenommen habe. Ich muss aber auch sagen, dass ich die Parties nicht wirklich spektakulär fand. Die Locations waren meistens mit schlechter Musik ausgestattet und die Erasmus-Blase war stellenweise ziemlich öde. Meistens stand ich dort nur, habe mich versucht zu unterhalten (Die Musik war meistens so laut, dass es nicht möglich war sich zu unterhalten) und war am nächsten Tag oft etwas enttäuscht. Zusätzlich muss ich sagen, dass ich in Bamberg bereits einiges an Parties mitgenommen habe, und mich deswegen die Parties dort nicht begeistert haben.
Davon abgesehen waren aber die nicht-offiziellen Parties, wie der Queens-Day, oder der Liberalisation-Day eine unglaublich schöne, und auch neue Erfahrung, die ich ohne meinen Aufenthalt dort sicher nicht hätte mitnehmen können. Allgemein gesprochen würde ich aber dennoch sagen, dass ich die „Erasmuspartie“ nicht vermisse, das ist ersetzbar.

Das zweite Klischee: Man wird Erwachsen.

Um diesem Klischee auf den Grund zu gehen, müsste man zunächst einmal definieren, was ‚Erwachsen‘ eigentlich bedeutet. Da jedoch jeder ein Bild davon im Kopf hat, wird es auch ohne Definition gehen (hoffentlich zumindest). Warum viele meinen, man würde durch einen Erasmus-Aufenthalt Erwachsen, liegt vielleicht daran, dass viele Leute das erste Mal getrennt von Ihren vertrauten Verhältnissen leben, und sich neu, ohne auf vordefinierte Strukturen zurückgreifen zu können, zurechtfinden müssen. Ich würde für mich selbst sagen, dass mein Aufenthalt eher eine Erprobung meiner bisherigen Fähigkeiten war, mich jedoch nicht zu einem erwachsenerem Menschen gemacht hat. Man könnte vermutlich sagen er hat mich weiser gemacht, aber das wird man ja auch automatisch indem man lebt.

Das dritte Klischee: Es ist die beste Zeit des Lebens.

Dieses Klischee ist vermutlich das gängigste, aber gleichzeitig das problematischste. Es setzt viele Leute unter Druck, zumindest kam es mir so vor, alles bisher gewesene noch zu toppen, um die Zeit bloß zur Besten des Lebens werden zu lassen. Dies hatte bei manchen Leuten in der Erasmus-Blase äußerst komische Ausmaße angenommen….
Mein Erasmus war eine Zeit meines Lebens, die ich nicht missen möchte, die ich aber auch nicht als essentiell wichtigen Bestandteil dessen ansehen würde. Vielmehr war es eine interessante, schöne Erfahrung, die ich aber nicht über-stilisieren würde.
Wenn ich an mein Erasmus denke, denke ich nicht an eine schönste Zeit meines Lebens. Vielmehr denke ich an die Menschen die ich dort kennen gelernt habe, und mit denen ich auch weiterhin Kontakt habe.

Anhand dieser 3 Klischees war es mir hoffentlich möglich eine interessante Zusammenfassung zu schreiben, die vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregt. Falls jemand vielleicht noch vor hat, ein Erasmus-Jahr zu machen, würde ich ihm lediglich einen Tipp geben. Nichts zu erwarten, nichts zu hoffen, sich keine Erfahrungsberichte anzusehen, und sich einfach überraschen zu lassen!

Erasmus ist das, was DU daraus machst!

Bis die Tage,
Ben

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Merry Christmas !!!

 

Ich wünsche euch allen eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins‘ neue Jahr !

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Bamberg -> Groningen, Groningen -> Bamberg (TEIL 3)

Hallo ihr Lieben,

hier nun, wie versprochen, der 3. Teil meines Ausfluges.

Nachdem wir uns Antwerpen in aller Ruhe angesehen hatten haben wir uns entschieden mit dem Zug weiter nach Gent zu fahren. Dies hatte einerseits den Grund, dass unser Host in Antwerpen uns zwar noch eine weitere Nacht hosten würde, dies aber nur äußerst ungern und wir andererseits langsam in Geldnot kamen  da ich Eduard aufgrund seines verlorenen Geldbeutels finanziell mittragen musste. Damit wir also das Straßenfestival noch genießen konnten, sind wir dann in den Zug gestiegen, wo wir uns dann auch leider schon von Andrew verabschieden mussten. Andrew fuhr weiter nach Brüssel um sich dort mit seinem Dad und seinen Brüdern zu treffen um eine Europatour mit dem Auto zu machen.  Nachdem wir den Abschied so lange wie möglich hinausgezögert hatten (es flossen auch Tränen), mussten wir dann in Gent leider aussteigen und unsere Reise zu zweit vortsetzen.

Am Bahnhof in Gent sind wir dann auch gleich schon in eine Gruppe von Erasmus-Studenten gelaufen die bereits die erforderliche Festivalstimmung aufwiesen, und unsere mehrfache Frage nach der Straße unseres nächstes Hostes nur mit „You want to the festival?, there you gooooo“ beantworteten. Glücklicherweise gab es jedoch auch noch eine Karte am Bahnhof, mit der wir dann auch sicher an unserem Ziel angekommen sind.

Diesmal hatten wir echt Glück mit unserer Gastgeberin. Nicht nur, dass es sich um eine sehr nette und interessante Person gehandelt hat, ferner war im zentral gelegenen Haus mehr als genug Platz und wir durften uns sogar ein Zimmer aussuchen. Von den 12 Personen die in dem Haus wohnten, waren gerde einmal 2 da und wir durften frei zwischen den Zimmern wählen.

Nachdem wir uns mit der Gastgeberin kurz über ihr Missionarsprojekt in Indien unterhalten hatten, sind wir dann auch gleich aufs‘ Straßenfestival weitergezogen. Die gesammte Innenstadt war voller Menschen, und an allen größeren Plätzen waren Bühnen aufgebaut wo man zwischen Electro, Blues, Jazz, Folklore, Latin, Rock und Pop auswählen musste. Zwischen den offiziellen Bühnen hatten sich auch alle 5 Meter Musiker auf der Straße niedergelassen.

street musician

street musician

Was die Getränke anging hatte man übrigens 2 Möglichkeiten. Entweder man entschied sich dafür das Festival zu unterstützen und kaufte sein Bier bei den offiziellen Verkaufsstellen bzw. in den Bars. Daneben gab es die Möglichkeit,die sich in vermutlich pakistanischer Hand befindenden Getränkeläden zu frequentieren, die wohl den Reibach ihres Lebens während des Festivals erwirtschaftet haben. Dort machte der Preis des Bieres auch nur 1/3 des Preises der offiziellen Verkaufsstellen aus.

An einem Platz haben wir dann eine Band entdeckt, die eine wunderschöne Coverversion von einem meiner absoluten Liebelingslieder gespielt hat: Le vent nous portera (Noir Desir) . Leider hat es dann auch angefangen in Strömen zu regnen, weswegen wir recht bald nach Hause gegangen sind. Durchgeweicht sind wir dann relativ schnell ins‘ Bett gefallen um uns am nächsten Tag endlich mal wieder richtig auszuschlafen.

Am nächsten Tag (Freitag) sind wir dann sehr spät aufgestanden, haben noch mit unserem Host gefrühstückt, und uns dann mit unserem (meinem) letzten Geld auf den Rückweg nach Utrecht gemacht um Eduards Geldbeutel abzuholen. Dort angekommen haben wir dann festgestellt, dass das Fundamt leider nur am Samstag geöffnet hat. Ferner wussten wir nicht einmal sicher, ob der Geldbeutel dort sei. Wir hatten auch spekuliert, ob der Geldbeutel eventuell nach Groningen gesendet wurde.

So standen wir nun in Utrecht, hatten nahezu kein Geld mehr und leider auch keine Übernachtungsmöglichkeit. Wir hätten zwar nochmals bei den Hausbesetzern vorbeisehen können, dies wollte Eduard aber aufgrund seiner Hundephobie nicht. Wir haben uns dann entschieden unser letztes Geld in Lebensmittel zu investieren und in der Wildniss zu campen (Das dürfte sich in den Niederlanden in einer gesetzlichen Grauzone bewegen). Nach längerem Suchen haben wir es dann auch geschafft ein schönes Plätzchen außerhalb von Utrecht zu finden, direkt neben einem genialen Spielplatz. Der Spielplatz war ein ausgetüfftelter Wasserspielplatz, mit Turngeräten über dem Wasser, vielen Pumpen, Wasserläufen etc….

jippah

jippah

Ausgeschlafen haben wir uns dann am nächsten Tag auf den Weg in die Stadt zum Fundbüro gemacht. Dort angekommen ist Eduard dann gleich zum zuständigen Beamten gegangen, der ihm zuerst sagte, dass sein Geldbeutel hier sei. Dann fragte der Beamte aber auch noch, ob Eduard denn wisse wo er seinen Geldbeutel verloren habe woraufhin Eduard nur meinte er wisse es nicht. Daraufhin fing der BEamte dasGrinsen an und meinte der Geldbeutel sei bei einer Prostituierten gefunden worden, was Eduard im ersten Moment sehr peinlich war, bis er realisiert hatte, dass ihn der Beamte nur auf den Arm genommen hatte. Daraufhin mussten beide lachen! Ich habe mir gedacht, dass es wohl keine lustigere Beschäftigung als Fundbüromitarbeiter geben kann wie Leuten zu erzählen ihre Sachen seien im Puff aufgetaucht 🙂

happy_ed

happy_ed

Als dankeschön für meine finanzielle Hilfe hat mich Eduard dann, nachdem er seine Bankkarte wieder entsperren hat lassen, zum Essen eingeladen. Danach sind wir dann direkt nach Groningen aufgebrochen. In Groningen angekommen habe ich dann meine drekcigen Sachen direkt in die Waschmaschine geschmissen, habe geduscht, und bin erstmal nur ins Bett gefallen.

Zusammenfassend lässt sich folgendes über diesem Fahrradtrip sagen: Es war großartig. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir es wirklich nach Belgien geschafft haben. Die ganzen Eindrucke und Menschen die wir unterwegs getroffen haben, haben diesen Trip einzigartig gemacht und mich persönlich auch sehr bereichert. Auch haben wir gelernt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt und viele Menschen einem ohne zögern bereit sind zu helfen!

Wir hatten die Idee den Trip vielleicht eines Tages zu wiederholen. Hoffentlich klappt es auch !!!!

Liebe Grüße,

Benedikt

 

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Bamberg -> Groningen, Groningen -> Bamberg (TEIL 2)

Hallo ihr Lieben,

nun, wie versprochen, endlich der zweite Teil meines Fahrradausfluges.

Der Weg nach Utrecht hat sich etwas länger als geplant gestaltet und wir sind dort erst gegen 23:00 angekommen. Einmal angekommen war es dann auch noch sehr kompliziert unseren Host zu finden. Nachdem wir aber geschätzte 50 Leute nach dem Weg gefragt hatten, bei ca. 10 Häusern – um mittlerweile 24:00 -geklingelt hatten und Teile von Utrecht mehrmals unfreiwillig besichtigt hatten, haben wir es dann doch geschafft. Unsere Bleibe war diesmal ein besetztes Haus, wo neben den drei Bewohnern auch 5 Hunde und 3 Katzen wohnten. Neben uns waren dann auch noch 2 Couchsurfer aus Lettland im Haus abgestiegen, mit denen wir uns sehr schnell anfreunden konnten.

Das besetzte Haus war sehr beeindruckend. Es gab elektrischen Strom, eine eigens gebaute Dusche, funktionierende sanitäre Einrichtungen und einen riesigen Garten mit Obst und Gemüse. Andererseits hatten die Bewohner auch Probleme mit Mäusen und die Eingangstüre war defekt, und alles war doch etwas heruntergekommen. Dafür, dass die Besetzer jedoch alles selbst gebaut hatten, fand ich es doch sehr beeindruckend.

squatt garden

squatt garden

squatt house

squatt house

Am nächsten Tag ergab sich dann auch noch die Möglichkeit, mit anderen Häuserbesetzern zu reden und sich ihre Motivation anzuhören. Ohne zu sehr verallgemeinern zu wollen, lassen sich die Utrechter Hausbesetzer grob in 2 Gruppen einteilen. Die einen, welche Hasubesetzungen als Form eines politischen Protestes gegen hohe Mietpreise bzw. allgemeine Wohnungsknappheit verstehen und Trittbrettfahrer, welche gerne den ganzen nur faul auf der Haut liegen wollen und Häuser besetzen um das gespaarte Mietgeld dann in Drogen zu investieren.

Interessanterweise war die zweite Gruppe deutlich geringern, so dass die meistens Leute mit denen ich mich unterhalten habe eine klare politische Motivation neben einem festen Job aufzuweisen hatten. Interessant fand ich auch eine Give-Away-Börse in einem besetzen Haus wo man Dinge die man nicht mehr benötigt hinbringt und sich alles was man benötigt einfach ohne dafür zu zahlen, bzw. selbst etwas in die Börse zu geben, einfach mitnehmen konnte. Ein weiteres besetztes Haus hatte dann einen Fahrradladen, wo man umsonst sein Fahrrad richten lassen konnte, was wir jedoch nicht in Anspruch genommen haben.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ich die Besetzerszene vorallem als Soziologe sehr interessant fand. Die meisten Besetzer versuchen eine alternative Lebensform zu finden die ihnen mehr zusagt als ein standardisiertes Leben, ohne dabei jedoch als Sozialschmarrotzer dastehen zu wollen, was ich unter dem Gesichtspunkt einer sozialen Dynamik sehr bewundernswert finde.

Unser bzw. mein positiver Eindruck wurde jedoch dadurch getrübt, dass Eduard in Utrecht seinen Geldbeutel verloren hatte, den wir vorerst nicht wieder fanden. Nach 2 Tagen in Utrecht haben wir uns dann, ohne vom Geldbeutel zu wissen wieder auf den Weg weiter nach Breda gemacht.  Nachdem wir Utrecht verlassen hatten, hat Eduard dann einen Anruf der Universität Groningen bekommen, dass sein Geldbeutel gefunden wurde.Da wir aber schon zu weit weg von Utrecht waren, sind wir nicht nochmals zurück gefahren.

Erleichtert sind wir dann ohne weitere Schwierigkeiten (An das Wetter hatten wir uns mittlerweile gewöhnt) nach Breda gefahren. Wieder spät in Breda angekommen, sind wir dann ohne weitere Umwege zu unserem Host gefahren.

Unsere Gastgeberin war ein sehr spezieller Mensch. Durch meinen Kurs über Psychopathologien etwas sensibilisiert, war ich gleich etwas kritisch als wir die Wohnung betraten und diese nahezu leer war. Obwohl unsere Gastgeberin dort schon einige Zeit wohnt, waren die Wände komplett leer, das Mobiliar waren alles sterile Metall-Glas Konstruktionen und die einzige Deko waren 3 kleine chinesische Vasen die auf einem Regal standen. Zusätzlich war alles detailiert angeordnet und kategorisiert. Meine erste vermutung einer Zwangsstörung sollte sich dann am nächsten Morgen noch bestätigen.

Nachdem ich am Morgen noch halb verschlafen auf den Balkon ging hatte ich leider übersehen, dass dort kurz zuvor die Maler den Boden neu gestrichen hatten. Ich bin dann aus Schreck gleich wieder zurück ins‘ Haus was leider einen Farbfleck auf dem Parkett hinterlies. Als unsere Gastgeberin mein Malheur bemerkte ist sie gleich sehr hysterisch geworden und hat mir, ohne dass ich überhaupt etwas sagen konnte, gleich mit den Anwälten ihrer Eltern gedroht und ich müsse den Boden bezahlen. Nachdem sie sich dann aber meinen Vorschlag durch den Kopf gehen hat lassen, doch zuerst einmal zu versuchen den Boden mit Wasser zu reinigen, konnten wir uns auf darauf verständigen nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. als sie endlich einen speziellen Reininger für Parkettböden gefunden hatte, und die Stelle 10 Minuten lang geschrubbt hatte (Meiner Meinung nach war der Fleck schon nach 10 Sekunden weg) war sie wieder etwas zufriedener und ich musste mich nicht mehr mit dem Gedanken beschäftigen ein niederländisches Gericht von innen zu sehen….

Aufgrund dieser Geschichte war ich dann nicht weiter traurig, dass wir uns am selben Tag früh auf den Weg nach Antwerpen machen konnten. Auch dieser Weg verlief ohne weitere Zwischenfälle. Als wir die Grenze nach Belgien überquert hatten, haben wir dann erstmal einen kurzen Halt eingelegt um uns unserer großen Tat bewusst zu werden.

belgium, for shizzle

belgium, for shizzle

Belgien war dann auch auffallend anders im vergleich zu den Niederladen. Es war etwas schmutziger dort mit viel mehr Müll auf den Straßen, die Straßen hatten viel seltener einen Fahrradweg und man sah sehr viel mehr Viertel mit einer homogenen Bevölerkungsstruktur. Was ich aber besonders schön fand, war, dass es sehr viele tolle Automaten gab. Es gab z.B. Brotautomaten vor Bäckereien wo man 24/7 an frisches Brot kommen konnte und am allertollsten einen Erdbeerautomaten :

strawberry

strawberry

jammi

jammi

In Antwerpen angekommen (Durch Erdbeeren gestärkt), haben wir uns dann gleich auf den Weg zu unserer Gastgeberin gemacht die uns an einem zentralen Ort abgeholt hat. Somit hatten wir auch das erste Mal keine Probleme unseren Host direkt zu finden, was sehr angenehm war. Zwar wollten wir eigentlich Andrews‘ bevorstehenden Abschied feiern, und Eduards‘ Geburtstag der am nächsten Tag war, da Eduard aber aus Müdigkeit einfach einschlief sind dann Andrew und Ich nur noch gemütlich mit unserer Gastgeberin auf ein Glas Wein zusammen gesessen und haben uns für den nächsten Tag beraten lassen. Schönerweise hat unsere Gastgeberin dann auch noch einen Geburtstagskuchen für Eduard besorgt, über den er sich sehr gefreut hat am nächsten Tag.

Antwerpen ist eine wunderschöne Stadt, die eine beeindruckendende Architektur aufweisen kann. Hier nur 2 paar ausgewählte Bilder

house

house

house 2

house 2

Eigentlich wollte ich zwar keinen dritten Teil mehr machen, aber da ich mittlerweile schon sehr lange an diesem Artikel sitze und das Straßenfestival in Gent, unseren Rückweg nach Utrecht, Andrews‘ Abschied, und Eduards‘ Geldbeutelübergabe nicht einfach so anreißen möchte, muss ich Euch leider doch auf einen dritten teil vertrösten, der hoffentlich wieder die nächsten Tage kommt.

Liebe Grüße,

Ben

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Bamberg -> Groningen, Groningen -> Bamberg (TEIL 1)

Hallo ihr Lieben,

nach einer etwas längeren Eingewöhnungsphase in Bamberg habe ich mich nun endlich dazu aufgerafft, einen abschließenden Artikel über meinen Erasmus-Aufenthalt zu schreiben.

Beginnen möchte ich damit, etwas über meinen Fahrradtrip von Groningen nach Gent (Belgien) zu schreiben [360 km], wo  ich Euch zunächst die Drei wahnsinnigen vorstellen möchte, denen diese Idee eingefallen ist:

die drei

die drei

Links auf dem Bild sieht man Andrew aus Newcastle, rechts Eduard aus Barcelona und in der Mitte Ben aus Bamberg. Andrew meinte, nachdem dieses Bild einige Tage vor unserem Start entstanden ist, dass wir es vermutlich nie nach Belgien schaffen würden so begeistert wie wir aussehen.

Auf die Idee für unseren Trip kamen wir dadurch, dass Eduard meinte er würde gerne, wenn er mit seinen Klausuren fertig ist, einen Fahrradausflug nach Gent machen, da dort ein sehr berühmtes Straßenfestival stattfindet. Da Andrew und ich die Idee auf Anhieb gut fanden, haben wir uns entschieden ihn zu begleiten. Um den Ausflug noch interessanter zu gestalten, haben wir uns auch dazu entschieden unsere Stadtfahrräder (mind. 20 Jahre alt, keine Gangschaltung, nicht größenangepasst) zu verwenden.  Nachdem wir uns mit einer Fahrradkarte für die Niederlande, regenfester Kleidung, 2 Zelten, Schlafsäcken und anderem nützlichem Euqippment ausgestattet hatten sind wir dann auch bald aufgebrochen.

starting the trip

starting the trip

Am ersten Tag unserer Reise haben wir uns zunächst bei mir im Zimmer getroffen, haben dort ordentlich gefrühstückt und sind dann gleich losgefahren. Unser erstes Ziel war Zwolle, wo spöttische Stimmen  auch behauptet haben wir würden es nicht einmal aus dem Landkreis Groningen hinaus schaffen, was wir jedoch eindrucksvoll widerlegen konnten.

Der Weg nach Zwolle war abwechslungsreich. Die ersten 50 km hat es nur geregnet, aber danach ging es dann mit dem Wetter bergauf. Kurz vor Zwolle (Uhrzeit ca. 23:00) sind wir dann plötzlich vor einem Fluss gestanden, und wussten nicht mehr weiter. Das Fahrradschild (LF9a) dem wir folgen wollten, hat auch mitten in den Fluss gedeutet. Laut schimpfend haben wir dann erst einmal unseren Unmut über diese groteske Situation ausgedrückt, woraufhin eine etwas ältere Frau von einem Grundstück kam und uns gefragt hat, ob wir gerne auf die andere Seite übersetzen würden. Es hat sich dann herausgestellt, dass diese Frau eine per Hand betriebene Fähre verwaltet und tagsüber u.a. auch Fahrräder, Arbeiter, Touristen. etc. gegen eine kleine Gebühr über den Fluss setzt. Sie hat uns dann auch, obwohl die Fähre um 18:00 ihren Dienst einstellt, ausnahmsweise dennoch über gesetzt und nicht einmal etwas dafür verlangt.

Fröhlich, aufgrund dieser glücklichen Fügung, sind wir dann, nach einer kürzeren Irrfahrt um Zwolle herum statt hinein, auch endlich bei unserer Couchsurferin angekommen. Diese hatte uns bereits in einem leer stehendem Zimmer ein Matrazenlager aufgebaut. Leider waren wir jedoch von unserem Ausflug so erschöpft, dass wir uns nur noch kurz mit unserem Host unterhalten konnten und  dann gleich ins Bett gefallen sind.

Was die Schmerzen des ersten Tages angeht, vereinte uns in erster Linie ein schmerzender Hintern. Rückenschmerzen, Knieprobleme, schmerzende Finger und Sonnenbrand haben sich gleichmäßig auf uns aufgeteilt. Da der Abschnitt Groningen-Zwolle (100km) jedoch der längste war, den wir eingeplant hatten, waren wir optimistisch was den Rest unserer Reise anging….

Am nächsten Tag haben wir uns dann noch Zwolle angesehen, unsere Gastgeberin an ihrer Arbeitsstelle (ein Pfannkuchenrestaurant) besucht wo wir auf einen Kaffee eingeladen wurden und uns auf dem Markt mit Essen eingedeckt. Bei meinem Fahrrad war zusätzlich die Lenkerstange locker, was sich jedoch in einer Werkstatt günstig beheben lies. Der Mechaniker hat mir dann auch noch erklärt, dass der Lenker nur noch vom Stromkabel des Vorderlichtes am Rahmen gehalten wurde, was beim leichtesten Hügel hätte reißen können. Die 7 Euro waren somit auf jeden Fall gut investiert und wir konnten endlich nach Zeewolde aufbrechen. Da Andrews‘ Fahrrad jedoch Probleme mit der Kette hatte, was wir dank eines freundlichen Niederländers reparieren lassen konnten und es wieder in Strömen geregnet hat, sind wir nicht wirklich vorwärts gekommen und mussten uns auf 3/4 der eigentlich geplanten Strecke einen Campingplatz suchen. Dort angekommen wollte man uns zunächst auch gar nicht nehmen, da der Campingplatz nur für Familien mit Kindern war. Nachdem Eduard aber meinte :“ But we are a family“, musste die Rezeptionistin lachen und gab uns einen Platz. Wir haben dann lediglich noch unsere Zelte aufgebaut, kurz zu Abend gegessen und uns einen Teil des Animationsprogrammes angesehen und sind dann müde und erschöpft ins „Bett“ gefallen:

tent

tent

Diese Nacht war auch die erste Feuerprobe (Wasserprobe) für mein Ein-Mann-Zelt was es mit Bravour bestanden hat. Trotz strömenden Regens bin ich im Zelt trocken geblieben. Der Platz im Zelt ist für eine Person + Gepäck mehr als ausreichend und der Aufbau ist kinderleicht.

Am nächsten Morgen sind wir dann sehr früh aufgebrochen und haben uns auf den Weg nach Utrecht gemacht. Der zweite Teil meiner Reise  worin es dann unter anderem um Utrecht, besetzte Häuser, Zwangsstörungen und das Straßenfestival gehen wird folgt dann die Tage. Stay tuned 🙂

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Hammock-Foto-Upload-Test

Hallo,

Dieser Artikel ist nur ein kurzer Test, ob denn die Uploadfunktion schon wieder funktioniert:

hammock

hammock

Und ja, sie funktioniert anscheinend wieder 🙂 . Somit sind nun auch im letzten Artikel die Fotos erschienen.

Danke Simon fürs‘ schnelle reparieren!

Beste Grüße,

Benedikt

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